Die Lob-Trilogie, Teil 3: Die Herausforderung in verschiedene Kulturen zu loben

Lob ist etwas universelles: jeder mag für gute Leistungen Anerkennung zu erhalten. Es ist wichtig für die Motivation der Mitarbeiter, die positive Bestärkung und schlussendlich auch für die Kundenzufriedenheit und den Business-Erfolg. Aber wie man lobt ist kulturell sehr unterschiedlich. Wir in Zentraleuropa empfinden die Amerikanische Art als eher "kitschig". Umgekehrt hätten wir mit unsere zurückhaltende Art in den USA unsere Probleme. In Zeiten wo man immer mehr international zusammenarbeitet oder lokal multikulturelle Teams führt stellen sich die Fragen: Wie lobe ich richtig? Wie kann ich mich den kulturellen Unterschiede anpassen?

 

  • Versuche proaktiv andere Lob-Kulturen zu verstehen. Mitarbeiter und Kollegen werden das Thema eher nicht aufbringen. "Bitte lob mich mehr" ist wohl ein Satz der kaum fällt. Sie werden einfach reagieren und in dem Moment die richtige Schlüsse ziehen ist schwer. Ein Mentor oder Berater der eine Kultur gut kennt kann insbesondere im Umgang mit ganzen Teams anderer Kulturen von grossem Nutzen sein. In multikulturelle Teams kann man z.B. einen neuen Mitarbeiter zum Umgang mit Lob in der eigenen Kultur fragen.
  • Mach dir deine eigene Lob-Kultur bewusst. Frag dich: was ist in deiner Kultur üblich? Wann und wofür wird gelobt? Wann nicht auch wenn man einen Lob aussprechen könnte?
  • Eigne dir verschiedene Lob-Kulturen an. Du bewegst dich dabei ausserhalb deiner eigenen Comfort-Zone, aber es ist spannend objektiv den unterschiedlichen Umgang mit Lob zu erkennen und sich in einem nächsten Schritt an zu eigenen. So lobt man z.B. in der Asiatischen Kultur eher das Team als Einzelne. Das ermöglicht es dir, dein Lob-Verhalten mit der Mitarbeiter-Kultur zu matchen.
  • Wenn dir eine gewisse Lob-Kultur nicht taugt, dann such ein persönlichen Ansatz der für dich passt ohne dich verstellen zu müssen. Zum Beispiel kann man die amerikanische "Floskeln"("Great job!", "Well done!", "Gorgeous!") ersetzen mit Lob zu Details und spezifische Leistungen (z.B. "Toll wie du für den Kunden mit xy trotzdem eine Lösung gefunden hast"). Es hilft in deinen Werten zu suchen: Was ist dir bei einer Arbeitsleistung wichtig? Dies lässt sich dann auch immer wieder auf neue Kulturen anpassen ohne die Authentizität zu verlieren.

Hier der gesamte Artikel (Englisch): https://hbr.org/2014/03/when-crossing-cultures-dont-forget-praise

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