Die Lob-Trilogie, Teil 1: Das perfekte Lob-Kritik-Verhältnis

Das Geheimnis von Hochleistungs-Teams ... und guten Ehen.

Man stellt sich im geschäftlichen Umfeld immer wieder die Frage was besser ist: Lob und somit Bestärkung für gute Arbeit oder konstruktive Kritik? Eine Studie zeigt, wie man es vermuten würde, dass beides wichtig ist. Nur in welchem Verhältnis?

Die Studie hat 60 Teams untersucht. Die gemessene "Effektivitätskriterien" waren: finanzielle Leistung, Kundenzufriedenheit und 360-Grad-Feedback Bewertung der Team-Mitglieder. Dabei wurde festgestellt, dass das Verhältnis zwischen positive Kommentare (wie "ich Stimme dem zu" oder "tolle Idee") und negative Kommentare (wie "wir sollten das gar nicht in Betracht ziehen oder sogar sarkastische Kommentare) der Faktor ist, der den grössten Unterschied zwischen den erfolgreichsten und den schwächsten Teams ausmacht.

Das Ergebnis: Teams mit einer Top-Performance geben für jede Kritik 5.6 positive Kommentare.

Eine ähnliche Untersuchung wurde bei Ehen durchgeführt (John Gottman; What predicts divorce). Auch hier war das Verhältnis von Lob zu Kritik der wichtigste Faktor und das Ergebnis ist frappant nah: 5 positive Aussagen für eine negative. Eine wichtige Erkenntnis für das Privatleben.

Bei der ersten Studie (Losada, Fredrickson) gab es Kritik an der Anwendung der mathematischen Methoden. Die Ergebnisse sind also mit Vorsicht zu geniessen aber die grundlegende Annahmen scheinen zu stimmen und werden durch die Arbeit von John Gottman bestärkt.

Heisst das nun, dass man keine Diskussion mehr vom Zaun brechen darf nur weil man das Lob-Kritik-Konto nicht belasten sollte? Konträre Ansichten sind wichtig und sollten auch diskutiert werden. Der Schlüssel muss aber immer sein, ob im im privaten oder geschäftlichem Leben: rational, objektiv und ruhig zu bleiben. Aber am wichtigsten: auf persönliche Angriffe verzichten, insbesondere auf die unter dem hinterlistigen Deckmantel "man wolle konstruktiv" sein. Alles was wir anbringen ist gefärbt durch unsere eigene Wahrnehmung. Deshalb finde ich es besonders wichtig eine Aussage entsprechend zu deklarieren. Fast jeder Satz lässt sich mit "Ich persönlich finde ...." beginnen, auch wenn man eine konträre Meinung hat oder sogar Fakten darlegt: "Ich persönlich finde die Erkenntnis aus einer Studie spannend die aufzeigt ....". Niemand ist verpflichtet dies auch so interessant zu finden wie ich.

Mein Vorsatz für diese neue Woche: mindestens 3 positive Aussagen für eine negative und negative Aussagen besser  formulieren. Machst du mit?

Den ganzen Artikel findest du hier: https://hbr.org/2013/03/the-ideal-praise-to-criticism


Kommentar schreiben

Kommentare: 0